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Endspiel
Endspiel0

Theaterstück von Samuel Backett
mit dem Theater 1098 Freiburg e.V.

Sa. 14. Feb. 2015, 20 Uhr
So. 15. Feb. 2015, 16 Uhr

Einem Theaterfan über Beckett etwas zu erzählen ist nun wirklich, wie Eulen nach Athen tragen. Brecht, Brook, Beckett, die drei großen „B“. Wie kaum andere haben sie das Theater des 20. Jahrhunderts geprägt. „Warten auf Godot“ ist nicht umsonst zum geflügelten Wort geworden. Und im „Endspiel“, dem zweiten großen absurden Klassiker des Literaturnobelpreisträgers Beckett sind mit Hamm, Clov, Nell und Nagg Figuren geschaffen, die kein Theaterfreund mehr missen möchte.

Inszenierung:

Beckett? Apokalyptisch, nihilistisch, rätselhaft, unverständlich…So viele Reaktionen bei Ankündigungen von Beckett-Aufführungen. Aus Sicht dieser Inszenierung ein fast tragisches Mißverständnis. Beckett ist Humorist, böse, aber genau. Commedia dell’arte, Clowns, Laurel und Hardy, Chaplin begeisterten ihn. Und hier geht die Inszenierung hin. Eine urkomische Parodie über die Unfähigkeit der Menschen ohne Gottesglaube durch offene Zuwendung und Empathie gemeinsam zu einem „glücklichen“, erfüllten Dasein zu finden. Die Menschen begeben sich lieber in gegenseitige Abhängigkeiten, in Machtkonstellationen, die zwar das alltägliche Überleben sichern können, jedoch keinen Raum für individuelle Sinngebung lassen. Es entstehen so Zirkelschlüsse, die keinen Fortschritt bringen. Aber, wie Nell sagt: „Die wirkliche Komik liegt im Unglück der anderen“. Und in dieser Inszenierung auch im Unglück der professionellen „Spieler“, also der Schauspieler des Theaters, auch und gerade der, die hier dieses Stück spielen, spielen, spielen, mit allem was ihnen zur Verfügung steht, spielen um ihr Leben.

Becketts Grundidee, alles menschliche Leben reduziert sich letztendlich auf das Spiel, in diesem Falle sogar auf ein endgültiges „End-“Spiel, wird offen gelegt. Das menschliche Daseinsdrama können nur Spielende, wie Kinder, ertragen. Und so wird alles zu „Spielzeug“. Beckett wird so einem größeren Publikum in äußerst unterhaltsamer Form zugänglicher gemacht, ohne dass sein Stück diskreditiert oder banalisiert wird.

Theater 1098 Freiburg e.V.:

Ist eine seit 2004 als Mitglied des Landesverbandes Amateurtheater Baden-Württemberg bestehende Amateurgruppe ohne eigene Spielstätte unter professioneller Leitung. Jede ihrer Inszenierungen ist ein Experiment mit einem neuen Genre. „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ von Albee (Nominierung zum 1. Deutschen Amateurtheaterpreis 2008), eine fast vierwöchige Open-Air-Mobiltournee im Stil eines Wandertheaters mit 20 Aufführungsorten mit Grabbes „Teufel mögens heiss“ (Scherz, Satire, Ironie und ihre tiefere Bedeutung), deutsche Erstaufführungen von Stücken von LePelletier und Zeller, Vischers „Fußballspieler und Indianer“ in Fußballstadien, Walser/Otts „Geierwally“ vor einem Schwarzwaldhaus in 800m Höhe und andere haben die Gruppe, die fast immer tourt, weit über die südbadischen Grenzen hinaus bekannt gemacht.

Presse:

Die Badische Zeitung schrieb zur Premiere u.a. „Famos agierende Schauspieler...Berron-Brenas Sichtweise ist leicht, eben spielerisch...Eine überaus gelungene Inszenierung...Langer Premierenapplaus...“ Und der Südkurier: „In dem Einakter glänzten die vier Schauspieler in ihren Hauptrollen. Getreu dem Titel spielten sie munter und urkomisch ihrem Ende entgegen.“

Personal:

Regie: Dietmar Berron-Brena (freier Regisseur und Schauspieler, Freiburg)
Regieassistenz: Dagmar Neumann Maske und Kostüm: Ursula Böhler (freie Maskenbildnerin, Freiburg)  
Dramaturgie: Ivo Wieczorek (Theaterwissenschaftler und Theaterpädagoge, Freiburg/München). Bühnenbau: Patrick Borgert (Emmendingen).
Schauspieler:
Angelika Bilger (Hamm), Alexandra Burke (Clov) Claus Wonnemann (Nagg), Tina Tzivelekidis (Nell)